Erdölgeschichte hautnah erleben
Fotorunde besucht das Erdölmuseum in Wietze. Ein Besuch des Erdölmuseums in Wietze stand kürzlich auf dem Programm der Fotorunde der Eintracht Munster. 10 Hobbyfotografinnen und –fotografen, darunter auch drei Jugendliche, wollten sich einen Einblick in die Geschichte der Erdölförderung in der Heide verschaffen. Das Museum befindet sich auf einem Teilstück des ehemaligen Wietzer Erdölfeldes, der sog. Teufelsinsel, am rechten Ufer der Wietze gelegen. Auf dieser wurde 1899 der Erdölboom durch die legendäre Bohrung des Bohrmeisters Friedrich Hasenbein ausgelöst. Das offizielle Gründungsdatum des Museums war der 29. September 1970, als es damals von der Texaco als Nachfolgeunternehmen der DEA offiziell an die Gemeinde Wietze übergeben wurde. Der Objektbestand in der Ausstellung im Hauptgebäude ist geprägt durch technikhistorische Objekte unterschiedlicher Größenordnung und Datierung. Hier werden einzelne Werkzeuge, vom Bohrmeißel bis hin zu Messinstrumenten, gezeigt. Im Frühjahr 2023 wurde die Indoor-Ausstellung komplett erneuert und inhaltlich erheblich erweitert. Darin erfuhren die Hobbyfotografinnen und –fotografen alles Wesentliche über den raffinierten Rohstoff selbst, wie seine Förderung, Verteilung und Verwendung. Ein besonderes Augenmerk der Jugendlichen erlangten die zahlreichen detailgetreuen Modelle von Bohranlagen, die alle samt in den Lehrwerkstätten der Celler Bohrindustrie angefertigt wurden. Auf dem fast zwei Hektar großen Freigelände, welches parkartig angelegt ist, finden sich noch zahlreiche technische Relikte der Erdölförderung aus der Zeit bis 1930 an teilweise originaler Stelle. Dieses denkmalwürdige Ensemble wird ergänzt durch eine seit den 1990er Jahren angelegte Freiluftausstellung mit verschiedenen Bohr- und Fördereinrichtungen aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Zahlreiche Maschinen konnten von der kleinen Gruppe selbst in Gang gesetzt werden. Einen fotografischen Höhepunkt stellte sicherlich ein 54 Meter hoher Bohrturm der Firma Wintershall aus dem Jahr 1961 für die Munsteraner dar. Auch mehrere seltene historische Nutzfahrzeuge fanden das Interesse, darunter ein geophysikalisches Messfahrzeug der Prakla-Seismos von 1958 und ein sogenanntes Vibro-Fahrzeug zur Erzeugung von Erschütterungswellen. Nach rund zweieinhalb Stunden beendeten die Örtzestädter den Besuch im Museum und ließen den Nachmittag in einem Café in Müden ausklingen.
Text: Jens Hoffmann
Fotos: Michael Adler, Theodor Hanika und Jens Hoffmann


